Tierische Silvester-Tipps für den Hund

15. Dezember 2015 | Tierärztin Hanna Stephan

Ohne großen Schreck ins neue Jahr

Tierische Silvester-Tipps für den Hund

Am Silvesterabend geht es laut, bunt und grell zu. Überall werden Raketen gezündet, Knaller geworfen und fröhlich gefeiert. Unsere Vierbeiner mit ihren sensiblen Lauschern können das jedoch meist gar nicht verstehen. Würde es nach ihnen gehen, würde Silvester am besten abgeschafft werden und das neue Jahr in Ruhe im heimischen Körbchen begrüßt werden. Durch die größere Geräuschempfindlichkeit und die Unwissenheit warum es plötzlich so laut wird, reagieren viele Vierbeiner mit Nervosität, Angst und Panik. hecheln, schmatzen, speicheln, zittern, rumlaufen, eingeklemmter Schwanz oder sich blitzschnell zu verstecken sind die typischen Anzeigen einer Silvester-Phobie bei Hunden.

Die sogenannte „Schussfestigkeit“ eines Hundes ist individuell ausgeprägt und kann unterschiedlich veranlagt sein. Doch unabhängig von seiner natürlichen Veranlagung kann der Hund von klein auf richtig geprägt und konditioniert werden, so dass dem Silvesterknall ein wenig von seinem Schrecken genommen wird. Wird der Hund bei jedem ängstlichen Moment sofort beachtet, gestreichelt oder durch Snacks getröstet, so wird er auf Angstgesten konditioniert. Der Hund fühlt sich in seinem Angstverhalten bestärkt, denn es besteht offenbar zu Recht Grund zur Besorgnis. Hilfreicher für den Vierbeiner ist es die lauten Knalle mit betonter Gelassenheit zu ignorieren und als „Rudelführer“ zu signalisieren, dass keine Angst notwendig ist. Mit der Zeit wird der Hund dadurch immer gelassener reagieren. Zieht der Hund erst als Erwachsener Hund und nicht im Welpen-Alter in die Familie, so ist die Prägephase bereits vorüber. Schlechte Silvester Erfahrungen können dann nicht mehr ganz so leicht ausgemerzt werden. Für vierbeinige Angsthasen gibt es jedoch ein paar gute Tricks, um doch einigermaßen gelassen ins neue Jahr zu starten.


  1. Geräuschtherapie


Der Hund wird während eines für ihn positiven Erlebnisses (Spiel, Fressen, Kuscheln) im Hintergrund mit gewissen Geräuschen penetriert, die nach und nach immer lauter werden. So werden positive Assoziationen zu den Geräuschen gebildet und die Tiere reagieren nicht mehr panisch. Diese Form der Gewöhnung braucht viel Zeit und Geduld, so dass sie kein „Notfallplan“ ist, um Hunde auf Silvester vorzubereiten. Die Lautstärke sollte langsam gesteigert werden. Spezielle CDs mit den passenden Geräuschen können über den Tierarzt bezogen werden.

  1. Hilfe aus der Natur


Heilkräuter und Bachblüten können- rechtzeitig eingesetzt- eine tolle Hilfe für die innere Stabilität und gegen Angst und Panik helfen. Der Terra Canis Kräuterheld „Mutmacher“ hilft Angsthasen und sensiblen Hundeschnauzen, sich zu entspannen. Altbewährte Seelenstreichler aus der Natur wie Lavendel, Johanniskraut, Hopfen und Passionsblume sowie Bachblüten wie Olive, Gorse oder Rock Rose bringen Ruhe und Gelassenheit in den Fressnapf und können auf sanfte Weise „die Pfote reichen“. Wichtig für eine wirksame Kur ist es, dass mit dieser bereits einige Tage vor der lauten Silvester-Feier begonnen wird.

  1. Tellington-Ohr-Touch


Die Tellington Beruhigungsform ist aus der Akupressur entstanden. Es werden gewissen Punkte stimuliert, wodurch eine beruhigende Wirkung ausgelöst wird. Hierfür wird dem Hund das Ohr von der Ohr Basis bis zur Ohrspitze in regelmäßigen Zügen mit der Hand gestreichelt. Eine andere Variante besteht daraus, die Ohr Basis in kreisenden Bewegungen zu massieren.

  1. Pheromone


Pheromone sind Botenstoffe, welche von der Hündin nach einem Wurf abgegeben werden, um die Welpen zu beruhigen. Des Weiteren dienen sie zur Kommunikation der Tiere untereinander und wirken sich auf deren Beziehung zueinander aus. Der beruhigende Effekt der natürlichen Botenstoffe kann für Silvester ausgenutzt werden. Spezielle Halsbänder oder Zerstäuber für die eigenen vier Wände helfen dem Hund sich zu entspannen.

  1. Beruhigungsmittel


Für besonders ängstliche Tiere kann ein leichtes, medizinisches Beruhigungsmittel gewählt werden. Wichtig hierbei ist, dass das sedierte Tier nicht einfach seinem Schicksal überlassen wird und allein im Körbchen warten muss. Die künstlichen Tranquilizer stehen vermehrt in der Kritik, da sie bei einigen Tieren nur die offensichtlichen Symptome eindämmen (Zittern, laufen, hecheln). Das ruhig gestellte Tier hat jedoch trotzdem panische Angst und kann diese nun nicht mehr zeigen, was besonders fatal ist. Des Weiteren können künstliche Beruhigungsmittel die Geräuschempfindlichkeit erhöhen.

  1. Heim und Herrchen


Ein sicherer, vertrauter Platz, der zum Verstecken und Kuscheln einlädt, ist für ängstliche Hunde der beste Rückzugsort während des Feuerwerks. Ein ruhiges und entspanntes Herrchen an seiner Seite ist zusätzlich selbstverständlich die beste Medizin. Sanfte Musik kann das Tier außerdem von den Silvester Geräuschen draußen ablenken. Außerdem sollte der Hund nicht gezwungen werden, nach draußen zu gehen. Für einen notwendigen Gassi Gang sollte der Hund an der Leine kurz und so früh wie möglich nach draußen gelassen werden.